Was ist Cloud-Mining?

Beim Bitcoin-Mining geht es um die Erzeugung neuer Bitcoins, wobei die Miner die Transaktionen auf der Blockchain überprüfen. Um die Gültigkeit einer Transaktion zu verifizieren sollen die Mining-Anlagen komplizierte Mathematikaufgaben lösen – dazu ist die GPU, CPU oder ASIC-Hardware stets in Gang zu halten.

Manchmal will man aber am Mining von Kryptowährungen teilnehmen, ohne den Lärm und die Hitze von den Mining-Anlagen unbedingt ertragen zu müssen. Will man von der Wartung der Mining-Geräte gar nicht denken, wäre Cloud-Mining die beste Gelegenheit, die Vorteile der Teilnahme am Mining völlig zu genießen. Zum Cloud-Mining mieten die Kunden die Rechenleistung („Hashpower“) von einem Anbieter gegen tägliche bzw. monatliche Zahlung an. Nachdem der Vertrag in Kraft tritt, wird das Einkommen vom Mining per Hardware des Cloud-Mining-Anbieters direkt auf das Kundenkonto gebucht.

Über Cloud-Mining-Unternehmen

Es gibt viele Cloud-Mining-Anbieter mit einer breiten Angebotspalette auf dem Markt. Potenzielle Kunden müssen jedoch bei der Auswahl des richtigen Anbieters ganz vorsichtig sein, da es auch mehrere Schwindler auf dem Markt gibt, deren einziges Ziel ist, ein Ponzi-System (Schneeballsystem) zu bilden oder Bitcoins einfach zu stehlen.

Bei der Suche nach möglichen Cloud-Mining-Anbietern empfiehlt es sich, die „About“ („Über uns“) Bereiche ihrer Websites immer zu prüfen. Diese Seiten können eine Menge über das Unternehmen erzählen, vor allem wenn es keine Angaben über die Website gibt. Wenn man die Öffentlichkeit auf dem Markt vermeidet, wo Vertrauen einer der wichtigsten Grundsätze der Industrie ist, gibt das ein Warnsignal, dass die Firma wahrscheinlich illegale Dienstleistungen bietet. Viele Anbieter erklären nur das allgemeine Leitbild, ohne auf Hintergrund-Einzelheiten (wie die Eigentümer, Gründer oder Führungskräfte) einzugehen. Eine flüchtige Suche nach Erwähnungen von Cloud-Mining-Anbietern auf Internetforen lohnt sich auch, da enttäuschte Kunden ihrer Unzufriedenheit in der Regel sehr lauten Ausdruck geben.

Das Mining-Zentrum ist der Kern einer Cloud-Mining-Firma. Hier kann der Anbieter das Vertrauen der Kunden erwerben oder für immer verlieren. Aus Sicherheitsgründen, um die Anlagen vor Beschädigung und Diebstahl zu schützen, veröffentlichen Anbieter niemals die genaue Lage der Mining-Farms. Wenn aber das Unternehmen sogar die Stadt nicht angibt, wo sich die Mining-Geräte befinden, lautet noch eine Warnglocke: die Hardware – die Quelle der Cloud-Hashpower – könnte einfach nicht existieren.

Zum Beweis stellen Anbieter oft Bilder des Rechenzentrums vor, die auch sorgfältig zu prüfen sind. Von den Bildern versteht man eine Menge über die Arbeitsumgebungen, wie z.B. ob die Heizung regelmäßig angepasst wird und die Stromversorgung ausreicht. Außerdem, zeigen die Bilder den Umfang des Cloud-Mining-Geschäftes: je mehr Anlagen der Anbieter hat desto mehr Cloud-Hashpower kann er verkaufen. Wenn die Mining-Geräte ungeordnet stehen, und die Kabel überall hängen, ist es nicht gewiss, ob der Anbieter die 100% Betriebszeit garantieren kann. Z.B. kann die Instandsetzung einer fehlerhaften Mining-Anlage viel Zeit in Anspruch nehmen, wenn die Anlage kaum erreichbar ist.

Vorsicht: Der Begriff „Cloud-Mining-Anbieter“ wird oftmals von Bitcoin-Hochrenditen-Investitionsprogrammen (HYIP-Programmen) missbraucht, die nichts anderes sind, als bloße Betrüger-Websites. Die Gestaltung solcher Websites soll einen davon überzeugen, dass es bei ihnen um ernste Investitionsgeschäfte geht, die ihr Geld hauptsächlich durch Cloud-Mining bzw. den Kryptohandel verdienen. Das ist höchstwahrscheinlich nicht wahr, da ihnen ein Ponzi-System zugrunde liegt, das nur funktioniert solange Benutzereinzahlungen kommen, von denen ein Teil den Frühnutzern als eine Art “Kapitalrendite“ bezahlt werden kann. Diese Bitcoin-HYIP-Webseiten sind meist nur ein paar Wochen tätig, bis sie für immer verschwinden. Hier gibt es eine Übersicht solcher derzeit funktionierenden Investitionsgeschäfte. So halten Sie sich von Ihnen einfach fern – das sind keine echten Cloud-Mining-Anbieter.

Dienstleistungen von Cloud-Mining-Unternehmen

Cloud-Mining-Anbieter spezialisieren sich in der Regel auf Bitcoin-Mining auf Grund des SHA256-Algorithmus. Einige Unternehmen, die auf dem Markt tätig sind, bieten aber das Mining von alternativen Währungen (Altcoins) auf Grund der scrypt- bzw. X11-Algorithmen.

Je nachdem, ob der Anbieter über den eigenen Pool verfügt, kann er die freie Auswahl des Mining-Pools auf den eigenen Pool beschränken. Dadurch können die Mining-Erträge deutlich sinken, wenn der Pool nicht gewinnbringend genug ist. Die Poolgebühren betragen etwa 1-2%, und die Auszahlungen basieren sich entweder auf dem Share-Prinzip (bei dem planbaren PPS-Mining) oder auf dem Pay-per-last-N-Shares-Prinzip (PPLNS).

Es lohnt sich auch, die Sicherheitsniveau der Plattform zu beachten, da beträchtliche Geldsummen in Form von geförderten Kryptocoins auf der Website gespeichert werden können. Das erforderliche Minimum ist, die Website mit CloudFlare vor DDoS-Angriffen zu schützen. Es empfiehlt sich, die Zwei-Faktor-Authentifizierung soweit wie möglich anzuwenden und den Betrag der geförderten Coins im Bitcoin-Wallet auf der Plattform zu reduzieren. Es wäre besser, das Geld in den „kalten“ Bitcoin-Wallets aufzusparen. Der erste Eindruck über die Sicherheitsmaßnahmen der Website entsteht bei der Anmeldung. Wenn keine Captcha-Aufgabe zu lösen ist und das Passwort in der Bestätigungsnachricht per E-Mail versandt wird, zeigt das eindeutig, dass sich der Anbieter um Sicherheit nicht viel bemüht.

Neben Cloud-Mining stellen einige Plattformen den Benutzern weitere spezielle Funktionen zur Verfügung:

  • Eobot bietet an, die PC-Rechenkapazitäten zur Suche nach dem außerirdischen Leben durch ein cloudbasiertes SETI-Programm zu benutzen.
  • Genesis Mining und Minergate bieten Auto-Mining-Optionen an: die Mining-Anlagen werden automatisch auf das Mining der höchstgewinnbringenden Währungen ausgerichtet, um den maximalen Gewinn zu erzielen.
  • Bei Nicehash können die Kunden Hashpower kaufen und verkaufen.
  • Bei Gigahash kann man alte Mining-Anlagen für Geschäfte kaufen.
  • OxBTC und Bitminers zahlen Zinsen auf Bitcoin-Einlagen.

Gebühren und Festpreise

Bei Cloud-Mining-Verträgen besteht der Preis aus zwei Komponenten. Neben der standardmäßigen Vertragsgebühr für die Cloud-Mining-Dienstleistungen, die einmal oder regelmäßig zahlbar ist, hat der Kunde eine Wartungsgebühr zu zahlen, die von seinem Einkommen täglich einbehalten wird, um die Strom- und Kühlkosten in Bezug auf die Mining-Anlagen zu begleichen. Einige Anbieter wie Hashnest und Bitsrapid erheben keine Wartungsgebühren, da sie schon in den Vertragspreis einbezogen sind.

Der Preisbereich für Cloud-Mining-Dienstleistungen ist sehr breit. Der billigste Cloud-Mining-Vertrag für Bitcoin auf dem Markt kostet 0,99 USD pro GH/s bei OxBTC. Der durchschnittliche Vertragspreis ist etwa 5-15 USD pro GH/s. Bei einigen Anbietern ist der Einheitspreis niedriger, wenn der Kunde mehr Hashpower bestellt, andere stellen gleiche Einheitspreise für Groß- und Kleinverträge.

Wichtig ist zu verstehen, dass der höhere Preis nicht unbedingt bessere Dienstleistungen voraussetzt, deshalb sollen potenzielle Kunden immer das ganze Serviceangebot, nicht nur die Preise, sorgfältig nachprüfen. Man sollte auch auf andere Gelegenheiten, die Coins zu erwerben, aufpassen – man kann das Kryptogeld einfach online kaufen oder mit Bitcoin und anderen Kryptowährungen handeln.

Nutzererfahrungen

Wegen der vielen technischen Details kann es schwierig sein, den Bitcoin-Mining-Prozess zu verstehen. Die Anbieter können aber ihren potentiellen Kunden den Entscheidungsvorgang durch ausführliche Anleitungen zu ihren Dienstleistungen wesentlich erleichtern.

Bei vielen Anbietern sind Vertragspreise nur nach der Anmeldung erreichbar. Wenn der Benutzer nicht gleich anmelden will, lohnt es sich, die FAQ und Allgemeine Leistungsbedingungen nachzuprüfen, da dort Informationen über die Preise und Gebühren manchmal zu finden sind.

Eine transparente, benutzerfreundliche Plattform kann das Vertrauen verstärken und viele zukünftige Kunden für Cloud-Mining-Anbieter gewinnen.

Zusammenfassung

Die Teilnahme am Cloud-Mining ist eine gute Nebeneinkommensquelle, sowie eine Gelegenheit, Kryptogeld mit Spaß zu erwerben. Potenzielle Kunden sollen jedoch bei der Anmeldung auf den Cloud-Mining-Anbieter aufmerksam sein, da es viele Betrüger und Ponzi-Systeme online gibt. Für Risikoliebhaber, die in HYIP bzw. Ponzi-Systeme investieren wollen: denken Sie nochmal nach, ob sich hier das Risiko wirklich lohnt – alle HYIP / Schneeballsysteme sind betrügerisch, da nur Frühnutzer gewinnen und alle anderen verlieren. Wenn Sie doch den Nervenkitzel genießen möchten, versuchen Sie es mal mit einem Bitcoin-Broker statt und prüfen Sie Ihre Trading-Fähigkeiten.

Wie entscheidet man sich für einen Cloud-Mining-Anbieter?

Wir haben einige Cloud-Miner gesammelt und sie nach den wichtigsten Kriterien gegliedert.

  • Niedriges Betrugsrisiko: Hashflare, Genesis Mining, Hashnest;
  • Niedrige Gebühren: Terabox, OxBTC;
  • Mehrere Algorithmen verfügbar: Hashflare, Genesis Mining, OxBTC, Eobot;
  • Empfehlungsprogramme: Hashflare, Genesis Mining, Nicehash, Bitsrapid, Bitminer.